Verfasst von: el Señor | 26. März 2011

Cuba Libre: La Habana [Teil 1]…

26. Tag zurück in der Heimat

Hola zusammen! Die meisten von euch wussten es sicherlich schon: Ich bin sicher und wohlbehalten in meiner deutschen Heimat gelandet und das Ganze nach über einem halben Jahr in México lindo. Ich will euch eigentlich gar nicht mit den Gründen meiner langen Abstinenz von diesem Blog nerven und lieber gleich mit der Berichterstattung über die vergangenen Wochen auf Cuba und in México starten. Also lehnt euch zurück und genießt die kommenden Tage und Wochen voller Erfahrungen und Abenteuer!

Wie ihr an der Überschrift vielleicht schon vermuten könnt, möchte ich zunächst mit Cubas Hauptstadt, La Habana oder zu Deutsch Havanna, beginnen. Zusammen mit meinem Studienkollegen Tobi geht es also ab von Cancún nach Habana. Und schon hier beginnt unser Abenteuer, denn wir fliegen mit keiner geringeren Airline als Cubana. Das Flugzeug an sich ist bestimmt älter als ich selbst und russischer als die meisten russischen Maschinen, die heutzutage in Russland unterwegs sind. An sich verläuft der einstündige Flug neben einer teilweise ziemlich krassen Rauch-/Staubentwicklung beim Start aber recht ruhig.

Am Airport dann das nächste kleine Abenteuer. Nach der Immigration Control nimmt mir eine kubanischer Offizieller einfach mal so meinen Reisepass ab und bittet mich ihn am Gepäckband bei seinem Kollegen abzuholen. Selbst auf höfliche Nachfrage, um was es denn bitte geht, antwortet mir der Offizielle aber nicht und verweist immer wieder auf seinen Kollegen bei der Gepäckausgabe. Ein bisschen mulmig wird der schon, wenn du gerade auf Cuba angekommen bist, irgendwer deinen Pass hat, du aber nicht weißt, was in der Folge noch passieren wird. Naja, am Ende stellt sich jedenfalls heraus, dass die Herren nur eine kleine Umfrage machen wollten, die bei einer statistischen Erhebung helfen soll. Das hätte man mir aber auch eigentlich vorher erzählen können. Datenschutz wird hier aber eher klein geschrieben.

Den zweiten Teil zu La Habana und alles Wichtige zu unserem Ausflug  nach Viñales gibt’s dann übrigens in den kommenden Tagen. Allen Lesefaulen und all denen, denen mit einer ersten kleinen Auswahl an Fotos nicht Genüge getan ist, lege ich in der Zwischenzeit mein Fotoalbum ans Herz.

Insofern bis die Tage,

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 7. Februar 2011

Cuba Libre…

27. Woche – noch 22 Tage

Kinners, Cuba war DER HAMMER! Leider habe ich jetzt keine Zeit mehr euch groß darüber zu berichten und bereichere eure kommenden Wochen lieber mit ein paar Fotos, die ihr hier findet.

Heute Abend mache ich mich übrigens auf den nächsten Trip. Zusammen mit meinem Bruder Daniel und zwei Freunden von der Hochschule, Benni und Tobi, klappere ich binnen drei Wochen folgende Route ab:

México City-> Puebla -> Oaxaca Ciudad -> Puerto Escondido -> Tuxtla -> San Cristóbal de las Casas -> Palenque -> Mérida -> Playa del Carmen -> Cancún -> Frankfurt am Main

Viel schreiben werde ich während dieser Zeit zwar nicht, allen Twitter-Nerds dieser Welt lege ich allerdings meinen Hashtag ans Herz: #MéxTrip. Alle anderen können unseren aktuellen Reisestatus wie immer oben rechts in der Twitter Box verfolgen.

Insofern bis die Tage,

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 31. Januar 2011

Meine letzten Tage in Cancún…

26. Woche – noch 29 Tage

Und so werde ich nun meine letzten drei Tage im Praktikum genießen und mich jetzt schon auf die nächsten Wochen freuen. Mehr dazu aber erst im nächsten Bericht.

Diese letzten drei Tage verlaufen übrigens wie folgt: Während der Donnerstag noch recht stressig ist und mich vor allem mit liegen gebliebener Arbeit auf Trapp hält, hat sich mein Chef, Kenneth, für meinen vorletzten Tag eine kleine Überraschung überlegt. Und so lädt er mich für den Freitag auf meine wohl letzte Tour mit EcoColors ein, das Sailfish Adventure. Vielleicht könnt ihr euch ja noch an einen ähnlichen Artikel vom Dezember erinnern. Denn bereits vor gut einem Monat haben sich Kenneth und ich auf die Suche nach den Segelfischen gemacht, jedoch leider erfolglos. Für diesen Freitag hatte aber bereits eine große Incentivegruppe aus Europa die Tour gebucht, sodass die Anspannung dann doch dementsprechend groß war.

Da die Gruppe 24 Personen zählt, war eigentlich geplant, dass Kenneth, Lalo (einer unserer Guides) und ich jeweils ein Boot übernehmen und dem Meeresbiologen bei seiner Arbeit unterstützend zur Seite stehen. Da sich ein Großteil der Gruppe am Vorabend aber ziemlich abgeschossen hat, können wir die verbliebenen elf Personen bequem auf zwei Boote aufteilen, sodass ich mir die Arbeit mit Kenneth teilen darf. Auf unserem Boot haben wir übrigens das Vergnügen mit zwei Holländern, zwei Polen, einem Mexikaner und einer Deutschen; eine interessante und extrem lustige Mischung.

Nach gut 1,5 Stunden Fahrt bei teilweise unangenehmen Wellen und mehreren Seekrankheitsopfern kommen wir schließlich im Sailfishgebiet an. Jetzt heißt es nur noch Aussicht nach den Vogelschwärmen am Himmel halten. Denn diese Essen die gleichen Sardinen, wie die Segelfische und somit ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, Segelfische genau dort zu finden. Der erste Schwarm zählt rund sechs Vögel und eignet sich nach Ansicht unseres Meeresbiologen bestens für den ersten Versuch. Also rein ins Wasser und ab Richtung Schwarm! Und da sind sie dann auch tatsächlich; ein rießiger Haufen Segelfische, der wild in alle Richtungen verschwindet und wieder auftaucht. Durch die recht schlechte Sicht unter Wasser ist man dann des Öfteren auch mal überrascht, wenn plötzlich ein über 2m langer Segelfisch wenige Zentimeter vor einem vorbeisaust und dabei die Farben scheinbar nach Belieben wechselt. Hier und da findet man gleine Gruppen von Sardinen, die sich zu einem kleinen Fischball formen, der recht abrupt die Richtung ändern kann. Und dann immer wieder die Segelfische, die wild im Wasser umherzucken und versuchen, die Sardinen auseinanderzutreiben, um sie besser verspeisen zu können. Gerade dann, wenn sich ein solcher Fischball mir selbst nähert, wird mir jedoch schon etwas mulmig, als dann auf einmal wieder die Segelfische aus dem Nichts auftuachen und mit ihren langen Spitzen wild in meine Richtung heizen; einfach nur geil!

Da der Sailfish der schnellste Fisch der Welt ist, ist dieses Vergnügen allerdings nicht von langer Dauer. Und so muss man schon ordentlich in die Schwimmflosen hauen, um den Segelfischen bis zum nächsten Stop nach rund 100m folgen zu können. Insgesamt sechs mal schaffen wir das, bis sich unsere kleinen Freunde schließlich endgültig verabschieden. Auf der Weiterfahrt sehen wir dann noch einen Vogelschwarm, von gefühlten 100 Vögeln. Jetzt stellt euch mal vor, wie viele Segelfische sich da wohl drunter verbergen werden. Dummerweise ist wegen des krassen Wellengangs einem Großteil unserer Gruppe mittlerweile ziemlich schlecht, so dass wir leider die Rückreise antreten müssen.

Hier passiert aber auch noch etwas ungewöhnliches. Die meisten hatten sich nämlich ganz nach vorne aufs Deck gesetzt, um sich in der Sonne zu trocknen. Dummerweise ist eine der Wellen so hoch und unser Boot vorne so überladen, dass sie fast komplett reinschwappt und uns ordentlich von den Bänken spült. Dabei geht zwar meine Sonnebrill kaputt, aber lustig ist’s trotzdem. Und so kommen wir schließlich nach einem langen Tag total verbrannt, gut gelaunt und um eine richtig geile Erfahrung reicher wieder am Festland an.

Der Samstag steht dann wiederum ganz im Zeichen des Abschieds. Und so versammelt sich das komplette Büro zum gemeinsamen Frühstück in der Küche, um nochmals alles Revue passieren zu lassen und über die alten Zeiten zu lachen. Zum Glück feiern wir gleichzeitig aber auch zwei Geburtstage und den Einstand von Rebecca, German und Gaby, so dass sich nicht alles auf mich fixiert und ich auch keine bewegende Rede oder dergleichen halten muss. In einem persönlichen Gespräch mit Kenneth und Miriam, meinem Chefehepaar,  bedanken sich die beiden dann nochmals für meine Arbeit und ich im Gegenzug für die Gelegenheit und das entegegen gebrachte Vertrauen. Und dann kann’s auch endlich zum abschließenden Pizzaessen gehen, worauf wiederum ein Tennisdoppel mit Tobi, Alejandra und Alberto folgt, worauf dann wiederum das Gewinnerbierchen folgt.

Der Sonntag hingegen verläuft dann alles andere als stressig bei einem gemütlichen Tag am Strand in Playa del Carmen. Der Abend wiederum steht dann ganz im Zeichen Che Guevaras, um uns ein bisschen auf die kommenden Tage vorzubereiten.

Denn, wenn ihr diesen Bericht hier lest, dann befinde ich mich wahrscheinlich schon längst auf (dem Weg nach) Cuba. Zusammen mit Tobi gönne ich mir nämlich einfach mal sechs Tage auf dieser netten kleinen Insel quasi in direkter Nachbarschaft zur Halbinsel Yucatán; davon vier in Habana und zwei in Viñales. Wie es da allerdings ist und was für die restlichen Wochen noch so ansteht, bekommt ihr dann aber erst in den kommenden Tagen zu lesen.

Fotos findet ihr wie immer hier. Insofern bis die Tage,

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 27. Januar 2011

Betrunkene Bewegungsspastiker…

25. Woche – noch 33 Tage

Huch, jetzt habe ich endlich mal wieder ein bisschen Zeit zum schreiben gefunden. Schätzt euch glücklich über einen der letzten Artikel, der auf mexikanischem Boden verfasst wurde.

Am vergangenen Donnerstag ist mit Tobias endlich ein Kollege von meiner Hochschule in Cancún gelandet, der für meine letzten Tage hier nochmal mein Gast sein wird. Dieser Name dürfte vor allem in den Planungen für die kommenden Wochen noch eine etwas größere Rolle spielen. Aber dazu mehr gegen Ende des Eintrags.

Der Freitagabend verläuft dann anfangs recht ruhig, mit in kleiner Runde (Rebecca, ein kanadischer Freund, Tobi und ich) bei ein paar Bierchen in einer netten Bar um die Ecke. Keine Ahnung, wer dann auf einmal die Idee hat alles in einen nahe liegenden Stripclub zu verlegen, lustig ist es aber allemal. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele betrunkene Bewegungsspastiker auf einem Haufen gesehen. Da würde sich wohl jeder bekiffte deutsche Metalanhänger rhythmischer um die Stange schlängeln als die Angestellten dieses Ladens mit Namen „The Golden“.

Für Sonntag hatten wir uns dann eigentlich etwas Besonderes überlegt. Vielleicht kann sich der ein oder andere von euch ja noch daran erinnern, dass ich vor geraumer Zeit mal in Twitter Freikarten für einen Freizeitpark in der Nähe Playa del Carmens gewonnen habe. Diese wollen Tobi und ich also nun einlösen und so machen wir uns auch in aller Früh auf nach Playa, wie der hippe Mexikaner sagen würde. Vom Park selbst sind wir allerdings so enttäuscht bzw. gelangweilt, dass ich gar nicht so viele Worte darüber verlieren will. Vielleicht nur so viel: Xcaret ist ein viel zu großer Zoo mit viel zu kleinen Gehegen und hier und da mal einer kulturellen Showeinlage; jedoch eher geeignet für Familien als für Männer, die eigentlich auf ein bisschen Action aus sind. Das Beste am ganzen Tag ist dann jedenfalls ganz klar der Taco Loco in meinem Lieblingsrestaurant in Playa.

Am Montag steht dann eine spontane Überraschung vor der Tür, die jedoch fast schon zur Gewohnheit wird. Und so muss/darf ich mal wieder mit auf die Krokodiltour, weil zwei Deutsche gebucht hatten und Alejandra immer noch auf einer Rundreise verweilt. Zwar sehen wir gut fünf große Krokodile, jedoch sind diese allesamt so verspielt, dass sie uns an der Nase herumführen und wir am Ende „nur“ ein kleines Exemplar von etwas mehr als 30cm einfangen.

Die restlichen Tage der Woche verlaufen dann bis auf eine knappe Tennisniederlage gegen Tobi und einen Videoabend mit einem der schlechtesten Filme ever (August) eher ruhig. Ganz im Gegensatz zum kommenden Freitag. Da schenkt mir mein Chef nämlich einen Platz in der Sailfishtour, quasi als Abschiedsgeschenk. Und so werde ich nun meine letzten drei Tage im Praktikum genießen und mich jetzt schon auf die nächsten Wochen freuen. Mehr dazu aber erst im nächsten Bericht.

Fotos findet ihr wie immer hier. Insofern bis die Tage,

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 19. Januar 2011

Eine kanadische Deutsch-Dänin aus Holland…

24. Woche – noch 41 Tage

Hola zusammen! In der vergangenen Woche ist nicht wirklich viel geschehen und so musste ich mir für den heutigen Artikel schon etwas ganz spezielles aus den Fingern ziehen. Also viel Spaß beim Lesen.

Am vergangenen Samstag ist mit Rebecca die neue Praktikantin von EcoColors angekommen. Sie studiert Tourismus in Holland, wobei ihre Mutter Dänin, ihr Vater Deutscher, sie selbst aber Kanadierin mit deutschem Pass ist und weder dänisch noch deutsch spricht. Eigentlich ganz lustig oder? Naja, jedenfalls wird mich Rebecca an meinem Posten ablösen und ich sie die verbleibenden eineinhalb Wochen darauf vorbereiten. Da die Zeichen also nun auf Abschied stehen, habe ich mir gedacht, dass ich diesen Blogeintrag doch einfach mal meiner Praktikumsfirma widmen könnte.

Ich habe nur leider keinen wirklichen Plan, wie oder wo ich da genau anfangen soll und deshalb hole ich einfach mal ein bisschen weiter aus. Wie ihr vielleicht schon wisst, absolviere ich dieses Praktikum hier im Rahmen meines Tourismusstudiums. Gefunden habe ich es ganz klassisch über die Suchmaschine meines Vertrauens. EcoColors ist ein recht kleiner, dafür aber stetig wachsender Touroperator in Cancún, der sich auf Eco- und Abenteuertourismus spezialisiert.

Während meiner Zeit hier hatte ich die Ehre unter anderem mit Cris (Guide), Adriana, Alejandra (Guide), Lalo1 (Guide), Joaquín, Jorge, Miriam (Chefin), Kenneth (Chef), Mariza, Alejandra, Miguel, Sam, [Adriana], Lalo2 (Guide), Hernan (Guide), [Alejandra (Guide)], Alberto (Guide), [Alejandra (Guide), Hernan (Guide), Lalo2 (Guide), Adriana, Sam] (Fotos v.l.n.r. und v.o.n.u.), einigen weiteren Guides, Fahrern und Kurzzeitpraktikanten zu arbeiten. Sicherlich gab es schlechte, stressige oder anstregende Tage mit Überstunden im Büro, allerdings hat mich im großen und ganzen die positive Stimmung umgehauen. Keine Ahnung, wie oft wir zusammen im Kino, einen trinken, in Cenoten plantschen oder wie viele Geburtstage wir zusammen gefeiert haben, aber es war jedes Mal ein Genuss und auf jeden Fall überaus lustig.

Ich will euch jetzt gar nicht langweilen mit meinen verschieden Aufgaben und Pflichten, die größtenteils mit Online Marketing und e-Commerce zu tun haben; vielleicht nur so viel: Ich habe so viele neue Sachen gelernt, teilweise richtig viel Verantwortung bei der Ausarbeitung von Programmen, der Erstellung von Verträgen und der Betreuung einzelner Projekte gehabt, nicht einmal Kaffee kochen müssen und mich deshalb nie wirklich als Praktikant sondern vielmehr als gleichberechtigter Mitarbeiter mit dem Gehalt eines Praktikanten gefühlt. Dadurch, dass mit Kenneth der Chef von EcoColors mein direkter Vorgesetzter war, und wir uns mindestens jeden Samstag zusammen gesetzt haben, um die einzelnen Fortschritte und Ziele zu besprechen, hatte ich auch immer die Bestätigung, dass meine Arbeit wirkliche Anerkennung widerfährt und tatsächlicher Bedarf dafür besteht. Das hat sich durch die zahlreichen Touren, die ich in den letzten Monaten mitmachen durfte, auch immer wieder verstärkt.

Auch wenn ich mir nicht wirklich vorstellen kann, im Bereich des Online Marketings alt zu werden, bleibt mir nichts anderes übrig, als mich für diese geniale Möglichkeit bei all meinen Kollegen/Amigos zu bedanken. Zum Schluss noch mein absolutes Lieblingsfoto von unserem gemeinsamen Wochenende in Tulum:

Fotos findet ihr wie immer hier. Insofern bis die Tage,

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 14. Januar 2011

Warum eigentlich Volksbar?…

23. Woche – noch 46 Tage

Ein freundliches Hola zusammen vom Mann, den sie Volksbar nannten. Doch warum eigentlich Volksbar und nicht einfach nur el Señor oder dergleichen? Falls ihr euch das auch schon immer mal gefragt habt, hier nun endlich die Antwort auf des Rätsels Lösung:

Es ist noch gar nicht so lange her, genauer gesagt war es ein sonniger Tag im September. Während Deutschland bereits in bunten Blättern baden geht, gehe ich mit Walhaien baden (ihr erinnert euch sicherlich an diesen Artikel). Jedenfalls nehmen mich Hernan und Alberto, zwei Arbeitskollegen, nach einem durchaus anstrengenden “Arbeits”-tag auf ein paar Bierchen in eine spezielle und versteckte Bar mit, die wohl noch nie zuvor von einem Touristen besucht wurde. Diese Bar hat weder Fenster noch leise Musik, dafür aber bereits am hellichten Tag einen Türsteher, eine Tanzfläche und leicht betuchte Bedienungen. Man munkelt, dass diese Art Bar mit zunehmender Dunkelheit eine etwas andere Klientel anspricht. Da uns die Sonne beim Betreten dieses Gaststätte jedoch immer noch auf der Nase kitzelt, eignet sie sich hervorragend für ein paar Bierchen und das dazu servierte Essen. Irgendwie kommen wir auf die Automarke Volkswagen zu sprechen und in diesem Zusammenhang auch auf die entsprechende Übersetzung. Ihr ahnt es vielleicht schon, plötzlich befinden wir uns in einer Volksbar. Naja, da mir diese Volksbar voll zusagt, nennt man mich seitdem eben Volksbar.

Wie ich ausgerechnet jetzt darauf zu sprechen komme? Ganz einfach, am Samstag nach geschaffter Arbeit machen wir uns alle zusammen auf den Weg in besagte Volksbar, um uns den Magen mit allerlei Sachen vollzuschlagen. Richtig lustig wird’s dann aber erst, als jeder, der anfängt auch nur im entferntesten übers Büro zu reden, einen Tequila trinken muss. Da das ganze Zeug aber auch irgendwie wieder kompensiert werden muss, gehen wir im Anschluss Tennis spielen.

Am gleichen Tag haben wir übrigens auch gleich Pläne für den heutigen Tag, sprich den Sonntag geschmiedet. Und so treffen wir uns alle – das sind übrigens Alejandra, Miguel, Hernan, Sam, dessen Bruder und Onkel, Bernaly und Edgar (mittlerweile Ex-Praktikanten) – um 9:30 Uhr in der Früh vor dem Walmart, um für unseren kleinen Trip reichlich einzukaufen.

Gleich darauf kann’s auch schon losgehen. Das Ziel heißt Ruta de los Cenotes oder zu deutsch Zenotenstraße, die sich unweit von Puerto Morelos und damit gut 50 Autominuten von Cancún entfernt befindet. Nach wenigen Kilometern auf besagter Straße biegen wir schließlich in einen schmalen Schotterweg ein, der uns direkt zur Cenote 7 Bocas führt, was so viel wie 7 Münder heißt. Die Münder stehen in diesem Fall für Eingänge und die Zahl 7 – wer hätte es vermutet – für die Anzahl der Eingänge. Auf den Fotos kann man eigentlich schon ganz gut erkennen, was eine Cenote genau ist. Die komplette Halbinsel Yucatáns ist übersät mit diesen Kalksteinlöchern, die größtenteils mit Süßwasser gefüllt sind. Je weiter man aber abtaucht – und diese Cenote ist beispielsweise bis zu 150m tief – desto salziger wird das Wasser angeblich. Man munkelt auch, dass alle Cenoten über ein unterirdisches System miteinander verbunden sind und somit ein rießiges Grundwassernetz spannen, welches die sonst so karge Halbinsel am Leben hält.

Eine steile Treppe führt einen schließlich herab in eine unterirdische Höhle voller babyblauem Wasser. Hier gibt es neben zahlreichen Felsvorsprüngen, die man erklimmen kann, und einer ca. 4m hohen Boca, von der man in die Cenote reinspringen kann, auch Ein- bzw. Ausgänge, die man nur mit einem kleinen Tauchgang erreichen kann. Alles in allem also eine richtig krasse Cenote, mit der man sich gut und gerne einen halben Tag vertreiben kann. Wieder oben angekommen, laden dann noch die ein oder andere Plattform hoch in den Spitzen der Bäume zu ein bisschen Kletteraction ein. Nach einem leckeren Mandarinenmittagessen geht es dann aber auch schon wieder Richtung Heimat.

Da allerdings noch niemand so wirklich Lust hat, den Tag schon vor dem Abend zu loben, lassen wir ihn noch bei einem Filmchen (Benjamin Button) und ein paar leckeren Sandwiches in der Wohnung von Hernan ausklingen.

Hmm…ansonten ist nicht mehr wirklich viel passiert die Woche. Am Montag habe ich mein erstes Tennisspiel gegen Alejandra gewonnen, was daran liegen könnte, dass es erst mein zweites überhaupt war. An die Sportart könnte ich mich auf jeden Fall gewöhnen.

Achso, ich komme übrigens gerade vom Friseur. Fotos findet ihr wie immer hier. Insofern bis die Tage,

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 6. Januar 2011

Blauäugige Mexikaner…

22. Woche – noch 54 Tage

Hola zusammen. Heute nun wie versprochen ein kleiner Bericht zu meiner ersten Silvesterfeier auf einem fernen Kontinent.

Der Plan ist recht simpel oder doch gleichzeitig so blauäugig: Am letzten Tag des Jahres, sprich dem 31. Dezember, am späten Nachmittag bzw. frühen Abend nach Playa del Carmen düsen und da dann nach einem leckeren Abendessen in irgendeinem Strandclub zu versacken. Dass dieser Masterplan nicht zu 100% umzusetzen ist, war von vornherein klar, das ist einfach kulturbedingt. Dass wir dann aber so krass von ihm abweichen, war dann selbst manchem Mexikaner zu bunt.

So kommen wir durch verschiedene Querelen im Office – wer bucht denn bitte eine Tour für den 01.01.?! – letztendlich erst gegen 21 Uhr abends aus Cancún los. Da Sam sich bereit erklärt zu fahren, hat sich wenigstens die Frage nach dem Transportmittel recht schnell geklärt. Und so kaufen wir an der Tanke noch eben ein paar Bierchen und dann kann die lustige Fahrt auch schon losgehen. Mit fetzigen Liedern, für die man in Deutschland mal glatt aufs Maul bekommen würde, erreichen wir eine Stunde später gut gelaunt unser Ziel.

Der Hunger und der unbändige Wille sich eine gescheite Grundlage zu schaffen, treiben uns schließlich mal wieder ins beste Restaurant der Stadt, El Fogón. Der Kellner ist auch schnell geschmiert, was uns noch viel schneller den ersehnten Tisch für zehn Personen beschert. Die Tacos Locos sind ein Traum und so trinken und essen wir bis schließlich jemand anfängt “5…4…” und alle verdutzt auf die Uhr schauen, “3…2…”, und tatsächlich, “1…TÖRÖ! Feliz Año Nuevo!”. Und so umarmen wir uns letztendlich alle lieb und immer noch halb verdutzt über die verflogene Zeit. Eigentlich wollten wir bis 24 Uhr ja bereits in irgendeinem Club sein, aber was soll’s, jetzt wird erst mal aufgegessen.

Doch dann kann’s auch schon weiter gehen. Angekommen auf der Quinta, der touristischen Hauptstraße Playa del Carmens, verflüchtigen sich dann auch die letzten Teile unseres Plans. Die komplette Straße runter zum Strand und den entsprechenden Clubs ist übersät mit Köpfen, ohne jegliche Chance auf ein Durchkommen. Ich glaube, ich habe noch nie zuvor eine so krasse Menschenmasse gesehen. Und so drehen wir schließlich um und schlendern die Quinta in die entgegen gesetzte Richtung bis wir ein kleines Barviertel finden, in dem zahlreiche Menschen auf den Straßen trinken und zu den Beats aus den Bars abdancen. Hier versacken auch wir dann bis wir uns nach ein paar Stunden auf den Weg zum Strand machen.

Keine Ahnung, wer das vorgeschlagen hat oder was wir da eigentlich wollen, aber gegen 4 Uhr morgens ist das mal eine willkommene Abwechslung. Da sich die dortige Stimmung jedoch in Grenzen hält, nutzen wir die Zeit eher um ein bisschen auf den Strandliegen zu gammeln und uns dann auch irgendwann wieder auf den Weg zum Auto zu machen. Nach ein paar Stunden Schlaf geht’s dann schließlich wieder zurück nach Cancún, wo ich dann auch den direkten Weg ins Bettchen suche. Bis auf eine kleine Sauerkrautsession am Abend und einem längeren Strandaufenthalt am kommenden Tag gibt’s dann vom Wochenende auch eigentlich nichts weiteres zu berichten.

Ganz im Gegensatz zum Montag, denn pünktlich zum Feierabend um 17 Uhr klopft mir eine Hand auf die Schulter und der dazugehörige Mund fragt mich, ob ich nicht Lust hätte heute Nacht ein Krokodil zu fangen. Wir hätten heute zwei gebuchte Gruppen und es fehlt noch ein Helfer. Dumme Frage, denke ich mir und mache mich auch gleich auf den Weg nach Hause zum Umziehen. Gleich im Anschluss fährt mich Sam zum Treffpunkt, wo ich wenig später auf Alejandra, Cris und Jorge treffe. Zu viert sollen wir verteilt auf zwei Boote für einen Haufen russischer Touristen also auf Krokodiljagd gehen. Ich will ja echt keinem zu nahe treten und auch sicherlich nicht alle Russen über einen Kamm scheren, aber diese “Touristen” sind das allerletzte. Mal abgesehen, dass wir bereits nach wenigen Kilometern einen Zwischenstop machen müssen, dass sich die Herren ihre Pulle Alkohol kaufen können, spucken sie uns den Bus voll, verhalten sich total respektlos, hören bei den Erklärungen nicht im geringsten zu, schreien sich stattdessen gegenseitig an, rauchen auf den Booten, etc.. Deshalb tut es mir am Ende auch nicht wirklich leid, dass wir an diesem Abend “nur” ein kleines Exemplar von gut 50 cm einfangen, untersuchen und danach wieder frei lassen.

Nun jut, heute werden wir im Office übrigens die Heiligen Drei Könige feiern. Bin ja mal gespannt. Werde euch natürlich wie immer versuchen auf dem Laufenden zu halten.

P.S.: Des Weiteren werde ich versuchen, noch ein paar Fotos aufzutreiben und diese dann einfach irgendwann mal einfügen.

Insofern bis die Tage,

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 3. Januar 2011

Immer der Riviera Maya entlang…

22. Woche – noch 58 Tage

Hola zusammen und euch allen ein Feliz Año Nuevo! Den eigentlich passenden Artikel zu meiner Silvesterparty gibt’s erst beim nächsten Mal. Heute werde ich zunächst versuchen die übrig gebliebenen Tage zusammenzufassen.

Eigentlich war der Plan für den zweiten Weihnachtsfeiertag recht simpel: Alle zusammen wollten wir Richtung Tulum die Riviera Maya runter düsen und da eine krasse Cenote besuchen. Da sich – eigentlich ganz untypisch für México ;) – abrupt alle Geldbeutel geleert, Terminkalender andersweitig gefüllt und damit alle individuellen Pläne geändert haben, fällt dieses Vorhaben jedoch kurzfristig ins Wasser.

Dummerweise hatten mir meine Eltern zu diesem Zeitpunkt aber schon ein spezielles Päckchen aus dem verschneiten Deutschland über einen alten Schulfreund zukommen lassen. Noch viel dümmer ist allerdings die Tatsache, dass dieser Freund seinen Urlaub in einem Hotel kurz vor Tulum verbringt und ich bereits vor ein paar Tagen ausgemacht hatte, das Päckchen am Sonntag abzuholen. Was bleibt mir also anderes übrig, als mich selbst auf den Weg zu machen? Die Lust, meinen kompletten freien Sonntag im Bus zu verbringen, hält sich jedoch relativ in Grenzen und so mache ich mir am Abend zuvor noch eben ein paar Gedanken, wie ich den Tag wenigstens einigermaßen angenehm und entspannend gestalten könnte.

Am kommenden Morgen mache ich mich dann auch gleich recht früh auf den Weg zur Busstation. Mit dem Colectivo geht’s immer der Riviera Maya entlang bis runter nach Playa del Carmen, wo ich umsteigen muss, um das nächste Colectivo Richtung Tulum zu nehmen. Den Fahrer bitte ich, mich in Akumal rauszuschmeißen. Akumal, das auf Maya so viel wie Ort der Schildkröten bedeutet, ist ein kleines Fischerdörfchen, dass vom Massentourismus zum Glück verschont geblieben ist. Der Ort besteht aus zwei Teilen, der Strandkommune mit kleinen Restaurants, Hotels und Ferienwohnungen, und dem eigentlichen Dorf Akumal auf der anderen Seite der Hauptstraße 307, die die einzelnen Orte der Riviera Maya miteinander verbindet. Wie der Name bereits vermuten lässt, ist Akumal vor allem für seine Schildkrötenvorkommen bekannt, die zwischen Mai und September ihre Eier in der Bucht von Akumal ablegen.

Mein erstes Ziel ist die kleine Strandkommune. Hier gibt es nämlich eine NGO, das Centro Ecológico de Akumal (CEA), die unter anderem Projekte zum Schutz von Meeresschildkröten anbietet. Da wir mit meinem Praktikumsbetrieb hier seit geraumer Zeit Projekte anbieten wollen, ist das nun also der ideale Zeitpunkt, um mir selbst mal einen Eindruck zu verschaffen. Und so erzählt mir Abraham, der seit einiger Zeit für das CEA arbeitet, ziemlich viele interessanten Sachen über die einzelnen Projekte und die Freiwilligen aus aller Welt und gibt mir schließlich auch noch eine kleine Führung über das Gelände der Organisation. Im Anschluss verbringe ich dann noch ein bisschen Zeit am Strand, ehe mich der Hunger ins Dorf verschlägt.

Nächste Station ist dann das Hotel, in dem sich mein alter Schulfreund verwöhnen lässt. Knappe 10 Autominuten von Akumal  Richtung Playa del Carmen entfernt, befindet sich dieser versteckter Komplex aus mehreren Hotels. An der Pforte erwartet man mich schon, will mich jedoch nicht einfach so eintreten lassen. Sie würden mir jemanden schicken. Nach ein paar Minuten erscheint dann auch wirklich ein Angestellter, der mich in einem etwas groß geratenen Gold Cuddy über die Anlage kutschiert. Nachdem wir nach gut 3km, vorbei an Tennisplätzen, Sportanlagen und anderen Hotels, endlich am Hotel angekommen sind, verstehe ich auch endlich, warum man mich nicht einfach so eintreten lassen wollte. Jedenfalls hole ich mir mein Päckchen problemlos an der Rezeption ab und mache mich nach einer erneuten Caddy Fahrt auf den Rückweg nach Playa del Carmen. Da mich der Fahrer fälschlicher Weise für einen Mitarbeiter des Hotels hält, erhalte ich sogar den entsprechenden Rabatt im ansonsten mit Touristen besetzten Sammeltaxi.

In Playa del Carmen suche ich mir dann wieder mein Colectivo Richtung Cancún. Auf halber Strecke entscheide ich mich dann allerdings noch für einen spontanen Stop in Puerto Morelos, damit ich am Ende des Tages wenigstens behauten kann, fast alle Hauptziele der Riviera Maya besucht zu haben. Die Entfernung von der Hauptstraße in den eigentlichen Ort Puerto Morelos habe ich allerdings ein wenig unterschätzt und so ziehen sich die gut 3km Fußmarsch doch ein wenig hin. Pünktlich zum Sonnenuntergang und damit perfekten Fotobedingungen komme ich dann aber doch endlich an. In Puerto Morelos gibt es jetzt nicht wirklich viel zu sehen, ganz im Gegensatz zum umliegenden Land. Das Örtchen ist eher verschlafen und vor allem für seinen etwas in Schieflage geratenen Leuchtturm, der genau vor der neuen Variante steht, bekannt.

Und so mache ich mich dann auch recht bald wieder auf den Heimweg nach Cancún, wo ich  nach einem langen Tag happy, wenn auch nicht ganz so entspannt ankomme.

Zum Schluss noch eine kleine Geschichte zum vergangenen Montag. Da habe ich es nämlich endlich mal geschafft, mir mit Sam, Ulises und dessen halber Family ein mexikanisches Basketballspiel anzuschauen. Die Pioneros Quintana Roo, sprich das Cancún’sche Team, das sich derzeit auf dem ersten Tabellenplatz der ersten mexikanischen Liga wiederfindet, lädt gegen das Team aus Mexicali ein. Die Pioneros bestehen übrigens größtenteils aus echten oder eingebürgerten US-Amerikaner, da eine Ligaregel vorschreibt, immer mindestens zwei Mexikaner gleichzeitig auf dem Parkett zu haben. Dementsprechend gut, wenn auch vielleicht ein bisschen behäbig und langsam, ist dann auch das Spielniveau. Am Ende geht das Spiel im nicht im geringsten ausverkauften Poliforum zwar denkbar knapp mit 96:93 verloren, Spaß hatten wir aber dennoch.

Achso, Fotos findet ihr wie immer hier. Insofern bis die Tage,

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 29. Dezember 2010

Mein allererstes Mal…

21. Woche – noch 63 Tage

Erstmal Frohe Weihnachten nachträglich! Das Foto ist übrigens vom Cancún’schen Stadtplatz.

Jetzt hat’s mich endlich mal erwischt. Seit nunmehr über vier Monaten warte ich auf meine erste echte mexikanische Magenverstim- mung und nun ist sie schließlich da. Vorgestern habe ich dummerweise zum Abendessen ein Relleno Negro gefuttert, das mir eine Kollegin zum Probieren vorbeigebracht hat. Jedoch haben mir alle Mexikaner dieser Welt verschwiegen, dass das eine ziemlich heftige Speise ist, auf die man nach 5 Uhr abends besser verzichten sollte. Ich habe es um 19 Uhr eher als lecker empfunden, ganz im Gegenteil zu den Magenkrämpfen am kommenden Tag natürlich. Nun jut, mittlerweile ich bin ich auf dem Weg der Besserung, so dass ich auch wieder über Essen nachdenken kann und euch nun von meinem allerersten Truthahn berichten werde.

Zu Weihnachten isst wohl ziemlich jeder Mexikaner mit einem Ofen seinen kleinen Pavo (Truthahn). Da das Haus, in dem wir Weihnachten feiern, einen Ofen besitzt, bestehe auch ich auf meinen kleinen Pavo. Dummerweise hat noch keiner von meinen hiesigen Freunden alias Mama- söhnchen/-töchterchen einen Truthahn zubereitet, so dass mal wieder das gute alte Internet herhalten muss. Ein Rezept ist auch relativ schnell gefunden. Jetzt fehlen nur noch die ganzen Zutaten.

Diese werden auch pünktlich am 24.12. am frühen Nachmittag eingekauft. Im Haus von Joaquín und Paco angekommen, machen wir uns dann auch gleich drauf und dran den Truthahn aufzutauen. Hierbei hilft uns ein Eimer voller heißem Wasser. In der Zwischenzeit machen wir uns ans Vorbereiten der Füllung. Und das dauert schon seine Zeit. Ungefähr 1.000 Würfel aus den verschiedensten Gemüsearten werden gehackt und im Anschluss zu einer riesigen Pampe zusammengeklatscht.

Pünktlich zum Füllungsvorbereitungsende ist auch der Truthahn endlich aufgetaut, zumindest denken wir das zu diesem Zeitpunkt alle. Also auf das Löchlein und rein die Füllung; coole Erfahrung, sage ich euch (Foto oben). Nach gut 15 Minuten ist der Vogel schließlich voll und torkelt nach seinem Ölbad zur nächsten Station, dem Backofen. Da in der Zwischenzeit jedoch der große Hunger losgeht, gibt’s bereits vorab ein paar Häpchen (siehe Foto rechts). Dummerweise geht uns nach gut zwei Stunden das Gas aus, was dem Vogel nicht wirklich gefällt. Auf der Suche nach einem neuen Gastank werden wir schließlich bei einer Freundin von Sam fündig, die unweit von hier immer einen Ersatztank für Fälle wie diesen bereit hält. Nach einem wahrlichen Akt des Anschließens kann es also endlich weitergehen.

Et voilà, nach gut einer weiteren Stunde im Schwitzkasten kann sich das Ergebnis doch wirklich sehen lassen. Bis auf die Flügelchen, die noch leicht rosafarben sind, was allerdings auch an der doch recht kurzen Auftauzeit liegen könnte, ist das Ding auch wriklich durch. Und so stürzen wir uns auch förmlich über den Pavo her; delicious, sage ich euch.

Achso, mit wem ich eigentlich gefeiert habe, wollt ihr wissen. Aus den ursprünglich eingeplanten 15 Personen wurden am Ende 6: Alejandra, Joaquín, Paco, Sam, Jorge und ich. Das ganze hat dem Abend einen richtig familiären Touch verliehen.

Und so essen und trinken wir ein paar Bierchen auf diesen Jubeltag, bis am Ende eines langen Tages nur noch das hier und ein ziemlich großer Haufen Unordnung bleiben.

Den restlichen ersten Feiertag verbringe ich dann übrigens mit ganz viel Ruhe und einem Filmchen im Kino meines Vertrauens.

Dann wünsche ich euch allen mal einen Guten Rutsch ins Neue Jahr! Achso, Fotos findet ihr wie immer hier. Insofern bis ins Neue Jahr,

Euer el Señor…

Verfasst von: el Señor | 27. Dezember 2010

Von Eskimos und Krokodilen…

21. Woche – noch 65 Tage

“Den Artikel mit den noch fehlenden Tagen gibt’s dann in ein paar Tagen.”

Wie versprochen melde ich mich heute mit der Aufarbeitung der noch fehlenden Tage zurück. Und die haben es wirklich in sich, was man recht schnell bemerkt, wenn man sich die folgenden Fotos anschaut.

Es hieß ja schon recht lange, dass sie mich unbedingt auch nochmal auf unser Crocodile Adventure schicken wollen, quasi als Leckerlie für die erbrachte Arbeit und so. Am vergangenen Freitag vor einer Woche war es dann auch endlich soweit. Nach langem hin und her wegen verfügbaren Plätzen erhalte ich um die Mittagszeit schließlich grünes Licht, dass ich sie nun endlich machen darf, unsere nächtliche Krokodil Tour. Also mache ich mich auch gleich nach dem Essen auf den Heimweg, um mich noch schnell umzuziehen und meine Cam einzupacken. Denn bereits um 15:30 Uhr treffe ich mich mit Jorge und Hernan (v.l.n.r. auf dem ersten Foto), um unser kleines Abenteuer zu starten.

Auf unserem Weg ins Biosphärenreservat Sian Ka’an laden wir noch schnell vier alaskianische Touristen, zwei Väter mit jeweils einem Sohn, von denen einer sogar 100%iger Eskimo ist, ein. Nach einem kleinen Abendsnack in Tulum, etwa zwei Stunden südlich von Cancún, geht’s direkt weiter zur Sian Ka’an’schen Lagune, wo auch schon Carlos, der Kapitän, auf uns wartet. Carlos arbeitet übrigens für die NGO Amigos de Sian Ka’an, mit denen wir all unsere Touren in diesem Reservat operieren.

Die folgenden Linien mögen auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen makaber klingen. Schließlich fragt man sich ja schon, wie Ecotourismus und das Fangen von Krokodilen zusammepassen. Deshalb möchte ich alle Skeptiker gerne auf folgenden von mir in englischer Sprache niedergeschriebenen Artikel verweisen, der erklärt, dass mein Praktikumsbetrieb, EcoColors, diese Touren anbietet, um zusammen mit den Amigos de Sian Ka’an Studien zu den Krokodilvorkommen in den Lagunen und deren Gesundheitszustand durchzuführen. Wir kombinieren somit Tourismus mit Forschung, versuchen unsere Klienten aufzuklären und spenden auch einen gewissen Teil der Einnahmen für eben diese Studien. Von daher jetzt bitte nicht allzu schokiert sein.

Mit Einbruch der Dunkelheit legt unsere kleine “Lancha” (Boot) ab und wir machen uns schließlich auf die Suche nach dem größten Raubtier der hießigen Feuchtgebiete. Bewaffnet mit einem hellen Scheinwerfer und Kopfbeleuchtung durchleuchten Jorge und Hernan die umliegenden Gewässer. Das darf man sich in etwa wie bei Tieren vorstellen, deren Augen das Licht reflektieren und somit auch in der Dunkelheit erkennbar sind. Rehe auf einer einsamen Waldstraße zum Beispiel bewegen sich ja dann auch gar nicht, sobald sie vom Lichtkegel der Autoscheinwerfer erfasst werden. Das ist letztendlich auch die Art und Weise, wie man ein Krokodil, das ja bekanntlich nachtaktiv ist, aufspürt bzw. einfängt.

So finden wir auch gleich zu Beginn ein paar kleinere Tierchen, von denen wir auch eines zu uns an Board einladen. Hier erzählt uns dann unser Guide, Hernan, die ersten Anekdoten zu den Krokodilen. Jedoch stellt sich das ganze als ein ziemlich zäher Job heraus, da wir während der Bootsfahrt durch die komplette Lagune zwar immer wieder Augen in der Ferne erkennen, die dann allerdings wieder im Schilf verschwinden.

Erst nach gut zwei Stunden sichten wir zum ersten Mal ein größeres Exemplar, das im Lichtkegel “gefangen” ist. Durch die Motorengeräusche erschreckt, verdünnisiert sich unser Freund jedoch wieder, so dass wir ihm durch das Schilf folgen müssen, um ihn nach und nach müde zu machen. Im letzten Moment gelingt ihm jedoch die Flucht in die naheliegenden Mangroven. Als der Kapitän dann auch noch meint, dass ihm langsam der Sprit ausgeht, versickert nach und nach die Hoffnung, doch noch ein Krokodil zu fangen.

Auf dem Rückweg zum Steg dann aber doch noch der Clou: Im Schilf tauchen rot leuchtende Augen auf. “Das ist ein großes!” meint Hernan und gibt Carlos das Signal, die Verfolgung aufzunehmen. Nach und nach wird das Krokodil immer müder, bis wir es schließlich mit einer langen Stange mit einer Schlaufe am Ende nach einigen Minuten einfangen können. Bevor es Hernan mit der Hilfe von Jorge jedoch ins Boot hieven kann, klebt er dem Tier nach einem minutenlangen Kraftakt noch das Maul zu. Ist wohl auch besser, wenn man bedenkt, dass Krokodile weltweit den kräftigsten Mundschließmuskel besitzen. Dann beginnen die Messungen. Auf gut 50 Kilo wird unser kleiner Freund geschätzt und misst dabei stolze 1,71 Meter! Für alle, die es interessiert: Das Krokodil gehört der Art der Moreleti an, neben dem Acutus die einzige Sorte auf der Halbinsel Yucatán.

Da man die einzelnen Erklärungen zu zum Beispiel der Krokodilhaut und den Gliedmaßen am besten aufnimmt, wenn man selbst die Berührungsängste ablegt, dürfen wir das Tierchen nun also auch mal auf den Arm nehmen. Ein richtig krasses Gefühl, sage ich euch; einfach unbeschreiblich! Natürlich lassen wir das Krokodil nachdem wir die Daten aufgenommen haben, wieder frei und machen uns auf den Rückweg zum Anlegesteg. Alles in allem also ein richtig krasses Abenteuer, wenn nicht sogar DAS krasseste in meinem Leben!

Aber nun zu etwas ruhigerem, der traditionellen Posada im Hause Jenny, einer Arbeitskollegin. Hier ist das Thema zunächst zwar auch das Crocodile Adventure, doch dann nimmt die ganze Weihnachtsfeier langsam ihren Lauf. Der einzige Unterschied zur herkömmlichen Posada aus dem vergangenen Artikel besteht eigentlich in der Piñata, gefüllt mit Süßigkeiten, die wir im Lauf des Abends zerschlagen und einem netten Liedchen in Form eines Frage-Antwort-Spielchens, das die Leute vor bzw. im Haus trillern. Das Ende entspricht dann jedoch wieder dem aus dem letzten Bericht, nur mit weit weniger Jägermeister, dafür aber mit viel mehr Bier.

Im nächsten Bericht werden wir dann bereits alle Posadas hinter uns gelassen haben und feiern das richtige Navidad (Weihnachten). Achso, Fotos findet ihr wie immer hier. Insofern bis die Tage,

Euer el Señor…

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