Verfasst von: el Señor | 19. November 2010

Das einzig beschissene ist meine Hand (Teil 1)…

15. Woche – noch 103 Tage

Ob ihr es glaubt oder nicht: Mir hat soeben ein Vogel in die Hand geschissen und das nur wenige Momente nach meinem Geburtstag in der östlichen Hemisphäre. Wenn das mal kein geniales Zeichen ist!

Aber egal, denn das Thema, über das ich heute berichten will, ist weit weniger beschissen als meine Hand; ganz im Gegenteil sogar. Ich möchte nämlich einen kleinen Eintrag über meinen spontanen Trip vom vergangenen Wochenende tippen. Da wir den Montag nämlich frei bekommen und das Haietauchen am Samstag wegen akuten Haiemangels leider ausfallen muss, muss eben ein kleiner Ausflug übers lange Wochenende herhalten.

Da aus dem Büro keiner so wirklich Geld hat oder nicht so viel Zeit investieren will oder alles hier im Umland schon gesehen hat, mache ich mich eben alleine auf den Weg. Mein Ziel: Valladolid (siehe Karte links). Valladolid (gesprochen: Vajadolid) liegt etwa 3,4 Busstunden von Cancún entfernt im wunderschönen Staate Yucatán und bietet sich als optimale Ausgangsbasis für Tagesexkursionen zu umliegenden Mayastätten an. Aber dazu kommen wir gleich noch.

Samstag direkt nach der Arbeit packe ich schnell meine sieben Sachen zusammen, unterwegs wird noch schnell die Dreckwäsche abgegeben und dann geht’s auch schon ab zum Busbahnhof. Für schlappe 5€ ersteigere ich mein Ticket ins kleine Städtchen Valladolid. Ein günstiges Hotel ist auch schnell gefunden. Bis auf natürliches Licht fehlt es hier auch an gar nichts.

Da ich erst gegen Abend ankomme, bleibt mir keine Zeit für große Ausflüge, sodass ich die restlichen Stunden bis zum Schlafengehen die Stadt noch ein bisschen unsicher mache. Neben dem genialen Stadtpark, der auch zu später Stunde noch sehr belebt ist, der Kathedrale (siehe Foto rechts) und dem Tempel, tun es mir allgemein die vielen Kolonialbauten an.

Am nächsten Morgen pelle ich mich dann bereits um 7 Uhr aus dem Bett. Unterstützt von einer mega kalten Dusche erwische ich dann auch noch rechtzeitig einen der ersten Busse zu meinem heutigen Teilziel, Chichén Itzá. Die Mayastätte gehört seit 2007 zu den sogenannten 7 Neuen Weltwundern und stellt somit wohl auch das wichtigste Touristenziel Mexikos dar. Somit ist es also auch nicht verwunderlich, dass ich möglichst früh dort ankommen möchte. Da ich aufgrund meiner Arbeitserlaubnis, die ich mittlerweile nach dem neunten Besuch im Immigrationoffice besitze, an Sonntagen keinen Eintritt für archäologische Stätten zahlen muss, will ich dieses gesparte Geld jedoch wenigstens für eine Tour auf den Kopf hauen. Mit Víctor finde ich auch schnell den entsprechenden Guide. Da er schnell merkt, dass ich Spanisch spreche, er aber keine Lust hat, auf weitere Personen zu warten, und vor den mittäglichen Touristenhorden fertig sein will, bietet er mir spontan eine Privatführung zu einem fairen Preis an. Deal und los geht’s!

Knapp zwei Stunden führt er mich über das riesige Gelände und erzählt mir spannende und interessante Geschichten zu den einzelnen Gebäuden, die übrigens verdammt gut erhalten bzw. restauriert sind. Vom großen Ballspielplatz, übrigens nur einem von insgesamt acht dieser ehemaligen Mayastadt, über den Tempel der Krieger und das faszinierende Observatorium geht’s schließlich nochmal zur mehr als beeindruckenden Pyramide namens Kukulcán oder Castillo (Burg), dem wohl bekanntesten Mayagebilde weltweit (siehe Foto oben). Allein was da an Technik und Wissen verarbeitet wurde: Neben dem Kalender, der in die 364 Treppenstufen und zusätzlich die obere Plattform (364+1=365=Anzahl der Tage im Kalenderjahr) eingebaut ist oder dem raffinierten Lichtspiel, das zweimal pro Jahr zur Sonnenwende eine Schlange auf die Treppenstufen der Pyramide projiziert, begeistert vor allem ein weiteres Feature: Ein ausgeklügeltes Echosystem erlaubte es den Priestern damals von oben Gesprächen von unten zu lauschen und Ansagen ans Volk zu machen. Wie bereits zuvor auf dem Ballspielplatz, wird dies auch hier sehr gerne an Hand des Klatschspiels erklärt: Wenn man unten stehend in die Hände klatscht, ergibt das ein fettes Echo. Wenn dann um die Mittagszeit jedoch die ganzen Tourigruppen erscheinen und sich in Scharen klatschend und dumm gaffend über den Platz bewegen, hat das doch schon etwas amüsantes an sich.

Achso, Fotos findet ihr wie immer hier. Der zweite Teil folgt dann am Sonntag.

Euer el Señor…


Antworten

  1. Alles liebe und gute zum Geb du Welttenbummler und herzlichen Glückwunsch zum Taucherschein Du Lebst ja nicht schlecht bei allen dem was du so erlebst aber recht hast du alles mitnehmen was sich bietet Das mit dem Vogel kann ich nicht ganz nachvollziehen habe versucht mir das vorzustellen hi hi Ich hoffe das Du dein Geb ein bischen feiern wirst viel Spaß dabei in Gedanken sind wir bei dir Viel Spaß noch und bis bald

  2. Danke Fitnesslady2010 =) Ich geh’ dann jetzt erstmal feiern und melde mich die Tage einfach nochmal. LG!


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