13. Woche – noch 117 Tage
Sorry Leute, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe. Bin im Moment ein bisschen in den Planungen für meinen nächsten kleinen Trip verwickelt. Mehr dazu aber erst in den kommenden Tagen. Also schön gedulden. Nun aber erstmal zum vergangenen Wochenende:
Alles beginnt an einem wunderschönen Samstag Morgen: Nach einer halbwegs durchzechten Nacht geht’s quasi direkt ab ins Büro, wo auch schon ein großer Haufen Arbeit auf mich wartet. Aber bloß runter von der ganzen Mitleidsschiene und ab ins Wochende. Denn heute Nachmittag steht auf unserem Plan ganz groß geschrieben “Xcaret”. Also raus aus dem Office, rauf auf den Roller von Sam und ab auf die Grünfläche. Denn da der Herr ein bisschen abgelenkt ist, sieht er das vor uns bremsende Auto nicht, woraufhin wir wiederum scharf bremsen müssen und letztendlich umkippen. Nix passiert.
Aber nun weiter im Text: Bei Xcaret handelt es sich eigentlich um einen überdimensionierten Eco-Park mit künstlichen Maya Stätten, allerlei Tieren und einem extra angepflanzten Dschungel; also eigentlich so gar nicht mein Ding. Ganz anders dieses Wochenende. Denn während man in Deutschland eigentlich nur am Sonntag der Toten gedenkt, wird das ganze hier unter dem Namen “Día de los Muertos” (Tag der Toten) richtig groß aufgezogen. Ganz México feiert quasi das ganze Wochende, teilweise sogar bis Montag mit bunten Festen und gedenken ihrer Verstorbenen mit deren Lieblingsessen. Im Prinzip hat hier jeder Staat seine eigenen Traditionen, die in der Migrantenstadt Cancún allerdings nie so wirklich angekommen sind.
Da ich das Fest der Feste aber wenigstens ein bisschen traditionell verbringen will, geht’s eben ab nach Xcaret, etwa eine Stunde sündlich von Cancún. Seit Jahren zieht der Park an diesem Tag Familien aus dem ganzen Staat an. Unsere Eintrittskarten haben wir übrigens über eine kleine Zeitungsaktion gewonnen. Die Busfahrt ist auch schnell gekauft. Dumm nur, dass uns bereits nach der Hälfte der Strecke ein Reifen platzt und wir von da an nur noch mit gefühlten 20km/h weiterfahren können; aber das auch nur, bis es noch mal ordentlich rumpst und der Busfahrer den Motor schließlich ganz abstellt. Das ist also bereits der dritte Fastunfall und dann auch noch am Tag der Toten. Naja, ein neuer Bus sei jedenfalls auf dem Weg. Da es jedoch schon spät ist, entscheiden wir uns prompt für eines der vielen Colectivos, das uns schließlich sogar bis vor die Haustür fährt.
Im Park angekommen, schminken wir uns dann noch schnell traditionell (siehe Foto oben: v.l.n.r. Sam, Caro und el Señor) und machen uns auch gleich auf die Suche nach den besten Shows. Unterwegs gibt’s noch rasch ein leckeres “Pan de Muerto” (Brot der Toten), ein mit Zucker beträufelter Brotkuchen, falls es sowas überhaupt gibt. Nach ein paar Umwegen, bei denen wir allerdings nur einen winzig kleinen Teil des Parkes sehen, kommen wir schließlich in der großen Arena an. Die Hauptshow, die hier stattfindet, ist der Hammer. Die verschiedenen mexikanischen Staaten führen hier nacheinander ihre traditionellen Tänze und Gesänge auf; der Hammer! Besonders gefällt mir der Karneval von Veracruz (siehe Foto oben), bei dem bunte Gestalten einen Tintenfisch über die Bühne ziehen und dazu bei richtig geiler Musik abtanzen. Die letzte Aufführung, die schließlich nochmal alle Staaten zusammenführt, treibt dann sogar einigen Mexikanern richtige Tränen in die Augen und begeistert einfach nur zu 100%.
Den restlichen Abend verbringen wir noch damit, uns um einen künstlich angelegten Berg voller Gräber zu schlängeln. Um diesen Berg führen kleine Wege bis an die Spitze und auf der anderen Seite wieder herunter. Entlang des Weges haben verschiedene Künstler Grabsteine errichtet, die v.a. durch ihre Farbenfreude herausstechen. Wobei man bei Miniaturbetten, -booten und -kirchen nicht mehr unbedingt von Steinen reden darf. Meinen Favoriten seht ihr übrigens hier auf dem Foto.
Nach einem beeindruckenden und anstrengenden Abend geht es dann wieder mit dem Bus zurück nach Cancún; dieses Mal allerdings ganz ohne Zwischenfall.
Der Sonntag fließt dann übrigens mit in den nächsten Bericht ein.
Achso, Fotos findet ihr wie immer hier. Insofern bis die Tage,
Euer el Señor…

Da könnten sich die Deutschen eine Scheibe abschneiden und mal Allerheiligen auch auf diese Weise begehen! oder???
Von: anja am 5. November 2010
um 00:38
Meine Rede.
Von: el Señor am 5. November 2010
um 22:50